Veilchen (Viola odorata)

Weitere Namen:

Blage Öschen, Blaue Viole, Blauröschen, Blauvögschen, Duftveilchen, Frühlingsveilchen, Gufenöndli, Heckenveigerl, Jungfrauenblüte, Märzveilchen, Märzwohlgeruchblume, Maiennäglein, Marienstengel, Oeschen, Osterveigel, Schwalbenblume, Vallalaa, Vegeli, Veicherln, Vieli, Viole, wohlriechendes Veilchen

Bezeichnungen in anderen Sprachen:

Englisch: viola, violet
Französisch: viola, violette

Wirkung:

Auswurffördernd, harntreibend, sekretionsfördernd (Bronchialschleim lösend), blutreinigend, schweisstreibend.
Wurzel: abführend

Anwendung:

Die Pflanze besitzt eine beruhigende Wirkung. Sie hilft bei nervösem Herzklopfen und Angst. Bei Schlaflosigkeit, nervöser Reizung von Kindern, Hysterie. Bei chronischen Ekzemen und Hauterkrankungen. Bei Halsentzündungen, Bronchitis und Keuchhusten.
In der Homöopathie wird es gegen rheumatische Gelenkerkrankungen, Asthma, Keuchhusten, Hautausschläge, Wurmbefall, Ohrenschmerzen eingesetzt. In der Volksmedizin findet es als Veilchensirup Anwendung bei Epilepsie von Kindern, Gicht und Husten.
Die Veilchenwurzel wirkt als Brechmittel, speziell wenn sie in höheren Dosen verabreicht wird. In kleineren Dosen kann sie Einsatz finden als Blutreinigungsmittel und Hustenmittel.
Die Blüten und Blätter helfen bei Hauterkrankungen wie Abszessen, Geschwüren und Pickeln.

Hildegard von Bingen empfahl das Veilchen folgendermassen:

Und wer an dreitägigem Fieber leidet,
der nehme Veilchen
und zu dessen dritten Teil Wegerich und Pfefferkraut,
zweimal soviel wie Wegerich,
und diese Kräutlein esse er
häufig mit Essig oder gebratenem Salz.

Pfarrer Kneipp sagte über das Veilchen:

Dieses, liebliche, wohlduftende Frühlingsblümchen soll mit seinem Heildufte auch unsere Hausapotheke erfüllen.


Allgemeines:

Die Heilwirkung des Veilchens war schon in der Antike bekannt. Hippokrates setzte die Pflanze gegen Sehstörungen, Kopfschmerzen und Brustentzündungen ein. Bei rauschenden Festen wurden Kränze aus Veilchen getragen, um so Kopfschmerzen durch den Duft vorzubeugen.
Zusammen mit Apfelblüten, Lavendel, Schafgarbe und Rosen wurde das Veilchen in Liebestränke gemischt.
Die Pflanze gehört zu den fünf erweichenden Pflanzen (Bingelkraut, Eibisch, Glaskraut, Malve, Veilchen.)
Bei der getrockneten Veilchenwurzel, die gerne zahnenden Kindern zum Draufbeissen gegeben wird handelt es sich – auch wenn es der Name suggeriert – nicht um die Wurzel unseres Duftveilchens sondern es ist die Wurzel der Iris, einer Schwertlilienart.
In der Parfüm- und Kosmetikindustrie findet das Veilchen als Duftstoff grosse Anwendung. Für die Chemie liefert es einen Bestandteil des Lackmuspapiers.

Das Veilchen steht für Frühling und Fruchtbarkeit, es symbolisiert Liebe und Treue. Laut einer griechischen Sage steigt Persephone aus der Erde und begrüsst so den Frühling. Unter jedem ihrer Schritte spriessen Veilchen hervor. Auf diese Sage geht auch ein Brauch aus der Bretagne zurück, wo am Karfreitag Veilchen gestreut werden, um den Frühling zu anzulocken. Die Frühlingsblume ist ein Teil von Mythen, Sagen, Liedern, Gedichten und Märchen. So wächst das Veilchen einer Sage nach an Orten, wo es verborgene Bergschätze von Zwergen gibt.
Eine andere alte Sage erzählt von der als Veilchen verzauberten Jungfrau von Tscherneborg, das alle zehn Jahre in der Walpurgisnacht erblühet. Wer das Veilchen in dieser Nacht pflückt, erlöst die Jungfrau und mit ihr all die Schätze ihres Vaters.

Wirkstoffe:

Saponine, Bitterstoffe, Alkaloid Violin, Cyamin (blauer Farbstoff), Eugenol, Flavonoide, Glykoside, Salizylsäureverbindungen, Jonon (Duftstoff), Schleimstoffe, Odoratin, Vitamin C

Familie:

Gehört zu den Veilchengewächsen, wie das Wilde Stiefmütterchen

Botanik:

Das bis zu 10cm hohe Veilchen besitzt blauviolette, selten rosarote oder weisse fünfzählige Blüten mit oben zwei Blütenblättern und unten drei. Der Duft der Blüten ist sehr stark und sehr angenehm. Der Duft lockt Insekten an, die im Sporn Nektar finden. Samenkapseln bildet das Veilchen erst im Sommer nach der Selbstbestäubung der unscheinbaren Sommerblüten. Die Samenkapseln sind kugelig und besitzen viele Samen. Die Blätter sind herzförmig, grasgrün und stehen in einer Rosette. Der Wurzelstock ist knorrig und weit verzweigt. Die Pflanze ist sehr ausdauernd.

Astrologie:

Venus, Neptun, Saturn

Veilchen in der Dichtkunst:

Artikel in GartenWeden (eine online-Zeitschrift)

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