Schöllkraut (Chelidonium majus)

Weitere Namen:

Afelkraut, Augenkraut, Blutkraut, Bockskraut, Gelbes Millkraut, Gelblkraut, Geschwulstkraut, Giftbloome, Gilbkraut, Goldkraut, Goldwurz, Gottesgabe, Gschwulstkraut, Herrgottsblatt, Herrgottsgnade, Hexenmilch, Himmelsgabe, Krätzenkraut, Maikraut, Marienkraut, Nagelkraut, Ogenklar, Schälerkraut, Schälkraut, Schellkraut, Schinnkraut, Schindwurz, Schwalbenkraut, Schwalbenwurz, Teufelsmilchkraut, Trudenmilchkraut, Wanzenkraut, Warzenkraut, Wasserkraut, Wulstkraut, Ziegenkraut

Bezeichnungen in anderen Sprachen:

Englisch: celandine, swallowwort
Französisch: éclaire, herbe de Sainte Claire


Wirkung:

Krampflösend im oberen Verdauungstrakt, schmerzlindernd, beruhigend, fördert den Gallenfluss, blutdrucksenkend, antibakteriell, antimykotisch, zytostatisch, sedierender Saft, der ätzend wirkt.

Anwendung:

Bei Bronchitis, Asthma, Keuchhusten, Leber- und Gallenleiden, Gicht, Rheuma, Gelbsucht, Gallenkoliken, Entzündungen der Atemorgane und des Rippenfells. Der gelbe Milchsaft kann zum Wegätzen von Warzen, Hornhaut und Hühneraugen aufgetragen werden.
In alten Kräuterbüchern wird der Saft des Schöllkrautes als Mittel gegen den grauen Star empfohlen:

Schöllkraut macht die Augen gesund
so tun es uns die Meisen kund

heisst es in einem alten Reim.

Innerlich wird das Schöllkraut als Tee angewandt. Dafür brüht man 2 Teelöffel des getrockneten Krautes mit siedendem Wasser auf und lässt es mindestens 10 Minuten ziehen.
Durch die in der Pflanze vorkommenden Alkaloide besteht eine gewisse Giftwirkung, die sich jedoch beim Trocknen verliert.
Wird in der Homöopathie als Lebermittel eingesetzt.


Allgemeines:

Der Name Chelidonium leitet sich aus dem griechischen Chelidon ab, was Schwalbe bedeutet. Die soll daher kommen, weil die Pflanze blüht, von der Ankunft bis zum Abflug der Schwalben. Laut einer Sage soll eine Schwalbe ihren blinden Jungen den Milchsaft auf die Augen geträufelt haben und sie so geheilt haben. Im Mittelalter war das Schöllkraut ein Symbol gegen geistige Blindheit.
Eine andere Erklärung sagt, dass der Name vom griechischen kelido kommt, was so viel heisst wie beflecken, weil der gelbe Milchsaft die Haut braun färbt.
Früher gab man Kühen Schöllkraut zu fressen, wenn sie nicht genügend Milch hatten.
Gesammelt werden die oberirdischen Teile der Pflanze von April bis September, die Wurzel ab Oktober.
Lange Zeit versuchten Alchimisten noch Gold aus der Pflanze herzustellen.

Wirkstoffe:

Alkaloide (ca. 30 verschiedene), Bitterstoffe, ätherische Öle, Carotinoide

Familie:

Gehört zu den Mohngewächsen wie Erdrauch, Klatschmohn, Lerchensporn


Botanik:

Schöllkraut kann bis zu 80cm hoch werden. Der Stängel ist aufrecht und unverzweigt. Alle Pflanzenteile sind behaart. Die Blüten haben vier Blütenblätter und sind wie die Staubgefässe gelb. Bei schlechtem Wetter schliessen sich die Blüten und die Blütenstiele senken sich ab.
Die Blätter sind einfach gefiedert und an der Unterseite blaugrün. Die Pflanze führt eine gelben Milchsaft. Die schwarzen eiförmigen Samen befinden sich in einer ca. 5cm langen Kapsel.

Astrologie

Sonne, Mars

Signatur

Blatt, Pflanzensaft: Leber

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