Kleines Immergrün (Vinca minor)


Weitere Namen:

Bärwinkel, Dauergrün, Judenmyrte, Jungfernkraut, Mädepalme, Pervinca, Sigerer, Toteveieli, Wintergrün

Bezeichnungen in anderen Sprachen:

Englisch: common periwinkle
Französisch: pervenche

Wirkung:

Blutdrucksenkend, wassertreibend, blutstillend, entzündungshemmend, schleimlösend, durchblutungsfördernd, krampflösend, adstringierend

Anwendung:

In der Antike wurde das Immergrün für Heilzwecke verwendet. In Wein gesotten, wurde es gegen Durchfall verabreicht. Das Kauen der Blätter sollte gegen Zahnschmerzen helfen. Früher wurde erhöhter Blutdruck mit der Pflanze behandelt und sie wurde bei Erkältungen und Husten eingesetzt. Als Gegenmittel nach Bissen von giftigen Schlangen oder Spinnen wurde ein Absud in Essig verabreicht. Neueren Studien zufolge hat das enthaltene Vincamin eine Wirkung gegen Leukämie und steigert die Hirndurchblutung. In der klassischen Homöopathie wird Vinca minor gegen Blutungen und nässende Ausschläge eingesetzt. Tiefpotenzen finden Einsatz gegen Vergesslichkeit im Alter.

Allgemeines:

Die Pflanze ist in allen Teilen leicht giftig. Vergiftungs-erscheinungen bei größeren Mengen sind Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Herzklopfen. Immergrün wird magische Kraft in der Liebe nachgesagt, weshalb die Pflanze im Brautschmuck verwendet wurde. Kränze aus Immergrün wurden in den Haaren bei Tanzfesten getragen, sie wurden aber auch als Grabbeigabe verwendet, denn die Pflanze symbolisierte Unsterblichkeit durch ihre immergrünen Blätter. Im Alpenraum wurden geweihte Kränze ins Fenster gehängt, um sich vor Blitzschlag zu schützen. Bei den Kelten hatte die Pflanze um Samhain eine besondere Bedeutung.

Wirkstoffe:

Alkaloide, davon hauptsächlich Vincamin, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Eiweiße, Saponine, Pflanzensäuren

Familie:

Gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse. Die Pflanze ist verwandt mit der Schwalbenwurz, die zusammen mit dem Immergrün die einzige Vertreterin dieser Familie in Mitteleuropa ist. Weitere Verwandte sind der Oleander, Pflanzen aus der Gattung Strophantus, oder die Gattung Sternjasmin.

Botanik:

Der ausdauernde Halbstrauch bildet bis zu 60 cm lange Ausläufer am Boden. Sie können bis zu 15 cm hoch wachsen. Die Blätter sind 1-4 cm lang und lanzettlich. Ihre Oberfläche ist ledrig und glänzt. Sie stehen gegenständig und die Blattnerven sind deutlich sichtbar. Die Blüten sind blau, mitunter auch weiß mit fünf Blütenblättern. Die Kronblätter stehen zusammen in einer Röhre. Aus der Blüte bilden sich nach der Befruchtung zwei Balgfrüchte. In unseren Breiten findet überwiegend ungeschlechtliche Vermehrung aus den Ausläufern statt.

Astrologie:

Saturn, Pluto

Wesen der Pflanze

Dauerhaftigkeit und Gelassenheit

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